Hier entsteht eine Sammlung von Persönlichkeitsprofilen. Es ist eine Erinnerung an die Personen, welche die Geschichte der Spalenvorstadt und des Spalenquartiers mitgestalten.
Die Namen sind alphabetisch (nach dem Nachnamen) sortiert.
Hans Bögli – Erforscher des römischen Aventicum (Avenches)
In den meisten Fällen weiss man nicht, wem man in der Spale
begegnet. Das gilt auch von jenem Herrn mit dem schlohweissen
Haar, der regelmässig in unserer Vorstadt unterwegs ist. Er
heisst Hans Bögli und folgendes steht über ihn im biografischen
Beitrag der kiloschweren Festschrift, die ihm zum 65. Geburtstag
von seinen ehemaligen, längst arrivierten Studenten gewidmet
wurde: „Auch die Universität Lausanne sicherte sich seine
Mitarbeit: Im Jahr 1964 wurde er mit einem Lehrauftrag für das
Fach
Archéologie gallo-romaine
betraut, den er bis 1978 versah. Im Wintersemester 1973/74 las
er zudem an der Universität Bern. Eine ganze Generation von
Archäologen, Historikern und Numismatikern [Fachleute für Münzen
und Medallien], die heute im Kanton Waadt und anderswo in Amt
und Würden sind, gehört zu seinen Schülern.”
Als einem der Besten in der Klasse fiel Hans die Aufgabe zu, an
der Maturfeier (1949) eine Rede zu halten; er wählte das Thema 'Aventicum'.
Was ihn dazu bewog, war die während des Lateinunterrichts
erwachte Begeisterung für die Römer und eine Freilichtaufführung
im römischen Theater von Avenches mit der Musik von Arthur
Honegger und dem
Orchestre de la Suisse Romande
unter der Leitung von Ernest Ansermet. Für das Bühnenbild, die
Masken und Kostüme zeichnete Hans Erni verantwortlich. Damals
ahnte wohl niemand, dass die Archäologie zu Böglis Beruf und
Avenches zu einer zweiten Heimat werden würde.
Nach dem Studium an den Universitäten Genf, Bern und Basel, wo
er die Vorlesungen und Übungen der in den 50er-Jahren
berühmtesten Professoren besuchte, legte er 1956 seine
Dissertation 'Studien zu den Koloniegründungen Caesars' vor. Ein
Jahr später erwarb er sich in Bern das Gymnasiallehrerpatent in
Klassischer Philologie. Schon 1957/58 war Hans Bögli als
wissenschaftlicher Mitarbeiter bei den archäologischen Grabungen
in Neuss (Novaesium) Westfalen tätig, einem Militärlager an der
römischen Befestigungslinie des Rheins.
Die Lehr- und Wanderjahre schloss Hans Bögli durch
die Heirat
mit Annemarie
Hoffmann 1959
ab.
Die ersten archäologischen Herausforderungen erwuchsen ihm im
Zusammenhang mit dem Bau der Schweizerischen Nationalstrassen,
als 1960 die 'Archäologische Zentralstelle für den
Nationalstrassenbau' ins Leben gerufen wurde. Ihr Büro befand
sich an der Martinsgasse. Lausanne-Vidy, Augusta Raurica und
Rheinfelden-Görbelhof waren von Hans Bögli betreute Fundplätze.
Seine Lebensaufgabe aber fand er in Aventicum (Avenches), wo er
1964 den vom Kanton Waadt soeben eingerichteten Posten des
Conservateur du Musée romain d’Avenches
antrat. Im Verlauf der Jahre wurde die Institution ein
Unternehmen mit zeitweilig über 30 Mitarbeitern. Das
Fachpublikum wurde durch die Hefte des
Bulletin de l’Association Pro Aventico,
deren Redaktion Hans Bögli besorgte, durch Kurzberichte über die
Grabungstätigkeit informiert. Zahllos waren Böglis begeisternde
Führungen im In- und Ausland. Seine Kommunikationspolitik
gegenüber Presse, Funk und Fernsehen wurde sehr geschätzt.
Apropos Politik: Hans Bögli stellte sich viele Jahre in den
Dienst der Waadtländer Kantonspolitik.
Die alte Liebe zum Theaterspiel erwachte in Avenches erneut. Mit
der Wiederbelebung (1976) der 1955 gegründeten
Association des Arènes d’Avenches
wurden dank Hans Bögli die Voraussetzungen für eine neue Serie
von Theateraufführungen an diesem geschichtsträchtigen Ort
geschaffen. 1995 sind Annemarie und Hans Bögli ins
Spalenquartier zurückgekehrt, weil sie sich hier wohlfühlen. Die
beiden nennen 'd Spale' sogar liebevoll 'unser Dorf'! (bt.)
Max Brühl-Frei — 93 Jahre begeisterter Spalemer
Er ist der Doyen der Spalenvorstadt. Was er
zu erzählen weiss an privaten, beruflichen und
gesellschaftlichen Erlebnissen, würde eine ganze Ausgabe der
Spale-Zytig füllen und noch mehr.
Wenn Max Brühl zum Schlafzimmerfenster hinausschaut, das auf die
Hinterhöfe der Liegenschaften an der Vorstadt und am
Schützengraben geht, sieht er auf einen aus Zinkblech
getriebenen Widderkopf, der einen Kännelkasten krönt. Diese
Tatsache wäre nicht erwähnenswert, wäre Max Brühl nicht im
Sternzeichen des Widders geboren und wäre nicht dieses Beispiel
der zur Zeit seiner Geburt in Mode stehenden
'Ornamentik'
ein Erinnerungsstück aus der Spengler- und Installateurwerkstatt
seines Grossvaters August-Brühl-Altermatt (1854-1914).
August Brühl hatte 1886 das Geschäft gegründet. Vier Jahre lang
befand sich die Werkstatt im Hinterhof des Hauses
'Zum
Knopf',
Spalenvorstadt 32. 1890 tat er gewissermassen den Knopf auf und
kaufte die Liegenschaft vis-à-vis, das Haus
'Zem
wyssen Rösslin',
Spalenvorstadt 37, das bis 1460, dem Gründungsjahr unserer
Universität,
'Zem
kleinen schwarzen Vogell'
– womit vermutlich eine Amsel gemeint war – geheissen hatte. Das
Haus war, wie im Lauf der Jahrhunderte so manches Haus in der
Spalenvorstadt, eine Trinkstube, eine Wirtschaft. Zuerst galt es
umzubauen, die Liegenschaft für die eigenen Zwecke einzurichten.
In diesem Haus ist Max Brühl am 18. April 1914 zur Welt
gekommen.
Max Brühl-Frei
— 93 Jahre begeisterter Spalemer (Fortsetzung)
|
Max Brühl
war schon ausgelernter Spengler/Installateur, als er 1932
Gritli Frei, seine spätere Frau,an einem Tanzabend
kennenlernte. Fräulein Frei arbeitete in der Falknerstrasse
als Schneiderin und stand kurz vor der Abschlussprüfung. Für
ein ganzes Jahr entschwand es für Max nach Paris, wo es als
Volontärin für Nina Ricci arbeitete – ohne einen Rappen zu
verdienen!
1934/35 war Max zwei Semester in Karlsruhe am Technikum, um das Meisterdiplom für Spenglerei, Sanitär und Heizung mit 21 deutschen und 8 Schweizer Kollegen vorzubereiten. Schliesslich hatte er es für alle drei Berufe in der Tasche, mit den Noten 'sehr gut' und 'gut'! Allerdings musste er die Prüfungen 1937 in Basel wiederholen, weil die Schweizer die deutsche Meisterprüfung nicht anerkannten. So kam es, dass Max Brühl letztlich 5 Meisterdiplome in der Hand hatte, 3 aus Deutschland und 2 aus der Schweiz. Erst 1938 erlaubten die Väter, die im gleichen Turnverein und miteinander befreundet waren, die Verlobung und auf den 14. September 1939 die Heirat. Doch daraus wurde nichts, weil am 1. September der Zweite Weltkrieg ausbrach. Der Bräutigam in spe musste zum Schanzen auf die Farnsburg und erhielt in den ersten Monaten keinen Urlaub. Da liess sich der Hauptmann erweichen und bewilligte ihm einen dreitägigen Urlaub, vom 13. bis zum 15. Dezember. Jetzt wurden die Einladungskarten zur Hochzeit in aller Eile verschickt und am 14. gaben sich Max Brühl und Gritli Frei im St. Jakobskirchlein das Ja-Wort. Am Sonntag kam Gritli hin und wieder ihren Max im Aktivdienst besuchen. In einer strapaziösen Velotour radelte sie jeweils zur Farnsburg. Laut militärischem Befehl waren nämlich die Ehefrauen, die ihre Männer mit der Eisenbahn besuchen wollten, am Bahnhof Gelterkinden abzufangen und mit dem nächsten Zug heimzuschicken. Seit 1938 war die junge Frau Brühl im Büro des Spenglerei- und Installationsbetriebs tätig, wo sie die Mutter von Max ablöste. Am 1. Januar 1944, noch während des Krieges, hat Max das Geschäft von seinem Vater übernommen, das er 30 Jahre lang erfolgreich weiterführte. Max Brühl besitzt eine aussergewöhnliche Vitalität. Dass sie ihm schon immer zur Verfügung gestanden hat, mag die Erwähnung jener Basler Institutionen dokumentieren, denen er sich – jahrzehntelang als aktives Mitglied – verbunden fühlt: Turnverein Amicitia, Basler Männerchor, E.E. Zunft zu Safran, Philanthropische Union, Andresen-Bruderschaft und, nicht zuletzt, der Vorstadtgesellschaft zur Krähe. Als etwa Zehnjähriger kam der kleine Max erstmals ins Spalentor, wo sein Vater Spenglerarbeiten auszuführen hatte. Der Turm befand sich in desolatem Zustand: bröckelndes Mauerwerk, Staub und dichte Spinnenweben, wohin man sah. In den 30er-Jahren hatten Studenten darin ihr Quartier und nach ihnen Pfadfinderinnen. Als Max Brühl Ende der 50er-Jahre im Auftrag der Liegenschaftsverwaltung das Blechdach auf dem nördlichen Rundturm, das der Sturm weggerissen hatte, aus Kupferblech erneuerte, fand er, das Spalentor sei doch der richtige Ort für die Vorstadtgesellschaft zur Krähe. Er unterbreitete dem damaligen Denkmalpfleger Fritz Lauber seine Renovationspläne und kam gut damit an. Die Renovationskosten wurden teils vom Staat und teils von der 'Krähe' bezahlt. Die entstandene wohnliche Turmstube wurde 1964 festlich eingeweiht und wird seither von den Mitgliedern der Vorstadtgesellschaft für die monatliche Sitzung oder für den 'Hock' benützt. Allerdings hat es im Tor kein Wasser und damit keine Toilette. Die damaligen Vorgesetzten waren der Meinung, das Tor solle so bleiben, wie es vor 600 Jahren gewesen sei. Auch sonst stellte Max Brühl sein Geschick umzubauen und zu renovieren immer wieder unter Beweis. So hat er beispielsweise sein Geburtshaus, das Haus 'Zem wyssen Rösslin' Spalenvorstadt 37, eine über 700jährige Liegenschaft, seit 1944 innen und aussen zu deren Vorteil verändert. Zuletzt im Jahr 2001, auf das Fest '500 Jahre Basel im Bund der Eidgenossen', wo die Fassade renoviert und das Wahrzeichen des jetzigen Hausnamens in leuchtenden Farben aufgefrischt wurde. (bt.) |
| Auszug aus der Spale-Zytig Ausgabe 2/ Dezember 2007 |
| __________________________________________________________________________________________ |
|
D Gmiesfrau am Spalebrunne
Unsere Elsässer Gemüsefrau kommt seit
9 Jahren in die Spalenvorstadt
|
|
Buddy und Gerti
Elias-Wiedner
’Epoque’ – im Spiegel einer Epoche
Der
Gymeler hatte die kleine Napoleon-Büste im Schaufenster des
Ladens bewundert, sein erspartes Taschengeld nachgezählt und
sich endlich hinein gewagt. Die elegante ältere Dame, die im
Laden zwischen all den schönen Dingen hervortrat, erklärte, das
sei nicht Porzellan, das nenne man Bisquit. Aber eigentlich,
sagte sie lächelnd, möge sie solche Kriegsherren nicht und gebe
den deshalb billiger. Erfreut nahm der Bub seinen Näppi mit
heim.
Jahrzehnte später sitze ich den Eheleuten Gerti und Buddy Elias
in ihrem Haus an der Herbstgasse gegenüber und lasse mir
schildern, wie Buddys Mutter, Leni Elias, damals ihr
Antiquitätengeschäft, das inzwischen verschwundene ’Epoque’ an
der Spalenvorstadt 3, betrieben hat.
Sie war eine erstaunliche Frau: Aufgewachsen als Tochter einer
wohlhabenden jüdischen Familie in Frankfurt, kultiviert und
ziemlich verwöhnt, sah sie sich in Basel während der dreissiger
Jahre und des Krieges genötigt, an der Seite ihres Gatten Erich
energisch Hand anzulegen und eine vielköpfige Familie äusserst
sparsam durchzubringen.
Hinzu kam die Angst! Selber in auch nur relativer Sicherheit,
hatte sie stets die Schicksale zahlreicher Verwandter
und Freunde vor Augen, besonders quälte sie die
Ungewissheit um den Verbleib ihres Bruders Otto in Amsterdam: Ob
er mit seiner Familie wohl in einem Versteck überleben konnte?
Und da begann sie nun anfänglich ohne Erfahrung einen Handel mit
Möbeln, Kleidern und Kunstgegenständen aufzuziehen, zuerst in
einem Zimmer im Kleinbasel, dann in der Spalenvorstadt beim
Brunnen, später im Haus Nr. 3. Sie arbeitete unermüdlich, verlor
dabei aber nie ihren Humor und ihre Schlagfertigkeit und stand
mit offenem Herzen anderen Emigranten bei. So nahm sie 1945 auch
ihren Bruder Otto auf, der das KZ überlebt, jedoch seine Lieben
verloren hatte und im Tagebuch seiner Tochter Anne Erinnerung
und Trost zu finden hoffte.
Ihre Söhne Stephan und Bernhard, noch in Frankfurt geboren,
wuchsen in Basel heran, besuchten hiesige Schulen und bestanden
berufliche Ausbildungen, betätigten sich auch in Sportvereinen.
Der quirlige Jüngere, Buddy, wurde als Clown auf Schlittschuhen
beliebt und berühmt, tourte durch Länder und Kontinente, sprang
dann vom Eis auf die Bühne und wurde zum geschätzten
Schauspieler.
Gerti Wiedner, Kaufmannstochter aus Graz, hatte nach froher
Kindheit die bedrückten Jahre nach dem ’Anschluss’’
Oesterreichs durchlebt und ebenfalls den Weg auf die
Bühne gefunden. Die Beiden trafen einander beim Auftritt in
Ulrich Bechers ’Bockerer’, 1963 in Tübingen, verliebten sich und
heirateten. Frau Gerti freut sich noch heute über den herzlichen
Empfang durch ihre Schwiegermutter Leni. Nach Jahren in Berlin
zogen sie 1986 nach Basel, ihrerseits mit zwei Söhnen.
Doch auch Gerti sah sich nun buchstäblich hineingeworfen in zwar
weniger gefährdete, aber nicht minder ungewöhnliche
Verhältnisse. Sie übernahm nach Frau Lenis Tod das „Epoque“
ebenfalls ohne Erfahrung, führte jedoch mit grossem persönlichem
Engagement das Geschäft weiter über anderthalb Jahrzehnte. Als
es 2001 endgültig geschlossen wurde, geriet sie beim Aufräumen
an den alten Schrank auf dem Dachboden in der Herbstgasse, wo in
einer stoffbezogenen Schachtel mit Seidenbändern gebündelte
Briefe zum Vorschein kamen...
Sie entdeckte in über einem Dutzend Koffern und Kisten weitere
Briefe, Dokumente und Photographien, letztlich Tausende davon,
entzifferte, las, ordnete, zog einen Archivar als Helfer bei,
dann noch eine Schriftstellerin. So entstand eine einzigartige
Chronik der Familien Stern, Frank und Elias und erhellte den
Hintergrund des weltweit beachteten Tagebuches der Anne Frank:
’Grüsse und Küsse an alle’ von Mirjam Pressler und Gerti Elias.
Darin zeigt sich, dass Anne Frank
ihr Talent aus einer schreibenden Familie beziehen
durfte, deren Kultur und Liebe andauert.
So ist es heute nicht zuletzt auch der Anne-Frank-Fonds, der
Gerti und Buddy Elias in Bewegung hält. Soeben kamen sie von
Reisen nach Israel und London zurück, Buddy spricht in Schulen
in Deutschland und der Schweiz, beide wirken sie mit an
Schaffung und Unterstützung von Friedensprojekten: Hilfe für
Strassenkinder in Nepal und Unberührbare in Indien, Entwicklung
von Lehrmitteln in Peru und ein Projekt, das junge Israeli und
Palästinenser zusammenbringt.
Was sie sich von unserer Stadt und den Baslern wünschen würden?
Da zögern sie keinen Moment: Mehr Menschlichkeit und weniger
nationale Sturheit. Und fügen sogleich an, dass sie Basel lieben
als eine prima Stadt, in der sie stolz und dankbar wohnen
dürfen; Buddy lässt auch seinen FCB nicht unerwähnt.
Zum Abschluss erzählen sie mir noch einmal vom einstigen
Antiquitätenladen in der Spalenvorstadt 3: Das ’Epoque’ hatte
ein wunderschönes Tafelservice im Schaufenster stehen. Da kam
ein junges Pärchen herein, nur mal um dies anzusehen und zu
bestaunen, leisten könnten sie sich so etwas ja nicht. Frau Leni
führte ein freundliches Gespräch mit den jungen Verliebten, die
beide noch studierten. Und anderntags durften sie mit einem
Leiterwagen das feine Geschirr abholen. Bezahlt haben sie dann
später in kleinen Raten. (rp.)
|
|
E
|
Hedi Glasstetter-Granert
Zu den Originalen unserer Vorstadt gehört unbestritten
's
Hedi'.
Sie kennt alle und alle kennen sie. Kein Wunder! Wer 40 Jahre
lang eine Drogerie geführt hat, die die Spalemer nicht nur wegen
der guten Lage geschätzt haben, sondern auch weil man dort
freundlich und sachkundig bedient wurde, dessen Bekanntenkreis
wird weit.
Mit einem Schmunzeln erinnert sich Hedi Glasstetter an jene
Zeit, als sie noch mit andern Spale-Kindern auf der Strasse hat
spielen können. Natürlich war auch Bruder Willy dabei, der ihr
im Vesal-Gässli das Rollschuhfahren beibrachte. Einer Anwohnerin
hatte das allerdings nicht in den Kram gepasst. Eines Tages
schüttete sie einen Eimer heisses Wasser zum Fenster hinaus.
Willys Racheaktion wäre das Abbrennen einer Stinkbombe vor dem
Haus der Ungehaltenen gewesen. Wäre gewesen, denn die Bombe war
zwar
'losgegangen',
aber – im Laden! Laden, sagt Hedi, wenn sie von der Drogerie
erzählt.
Zwei Kinder wurden dem Ehepaar geschenkt, ein Junge und ein
Mädchen, Christoph (*1971) und Irene (*1975). Sohn Christoph hat
mit seinen eigenen Kindern, Aline und Kai, bereits dafür
gesorgt, dass Hedi und Karli Grosseltern wurden.
Im 80. Jahr ihres Bestehens hat Hedi Glasstetter die Türe der
Drogerie Granert für immer geschlossen. Die Hälfte der Jahre
stand sie hinter dem Ladentisch,
'aufgestellt'
und immer bemüht, der Kundschaft zu dienen. Vor allem auf zwei
Dinge, die sie für den Zusammenhalt des Quartiers und für die
Attraktivität unserer Vorstadt hat verwirklichen helfen, ist
Hedi heute ein wenig stolz: auf das Gedeihen der am 21. April
1985 gegründeten IG-Spalentor, in der sie zunächst als
Beisitzerin, dann als Kassiererin tätig war, und dann auf die
Gründung der inzwischen stadtbekannten Weihnachtsbeleuchtung. (bt.)
| __________________________________________________________________________________________ |
Die Musikerin Rosmarie Greder-Kern
Ich hatte ein sehr bewegtes Leben als Musikerin. Mit meinen
Erlebnissen könnte ich Bände füllen!”
Solches sagt die quirlige Pianistin mit dem Jahrgang 1913,
setzt sich an den Flügel und lässt mit unglaublicher
Leichtigkeit und, weil die Noten es so verlangen, mit
atemberaubendem Tempo Passagen aus Werken von Mozart
erklingen. (Ihre Liebe gilt übrigens vor allem den
Komponisten der Spätklassik und Frühromantik.) Ob ich nichts
merke, fragt sie mich und hält abrupt inne. Man muss wissen,
dass mein heutiger Besuch im 1. Stock der Liegenschaft
Spalenvorstadt 20, wo Rosmarie Greder-Kern wohnt, mein
zweiter ist. Anlässlich meiner ersten Begegnung stellte mir
die Vollblutmusikerin Werner Amann vor, einen Klavierbauer
aus Leidenschaft, der eben den Flügel für das Klavierrezital
gestimmt hatte, das die Greder im Mai 2008 in der Galerie
Graf & Schelble gab.Erst 12 Jahre alt, machte sich bei der Tochter der in 6. Generation geführten Confiserie Kern in Laufen die Begeisterung und Begabung fürs Klavierspielen bemerkbar: Sie unterhielt – mitten im Krieg – Soldaten, welche im Städtlein einquartiert waren. Mit 15 Jahren |
| |
| __________________________________________________________________________________________________ |
|
Peter und Ruth Herzog Leidenschaftliche Sammler von 300'000 historischen Photodokumenten |
|
Peter Herzog arbeitet an einer Geschichte der Photographie,
die er praktisch lückenlos aus der eigenen Photosammlung
dokumentieren kann. Von 1839 bis heute ergibt dies ein
monumentales Werk, auf das wir gespannt sein dürfen.
Auf Wunsch seines Vaters ergriff Peter Herzog das Studium der
Rechte, das ihm ein ’anständiges’ Auskommen garantieren sollte.
Bald schon meldeten sich aber Zweifel, dass dies für ihn der
richtige Beruf sei. Der Jurist erinnerte sich nämlich immer
wieder an den Volksschulunterricht, bei dem viel Wert auf
Heimatkunde und Geschichte gelegt worden war.
Auslöser
Was den Juristen Herzog Schritt für Schritt zum
Kulturgeschichtler, Sammler und Händler werden liess, war die
prägende Begegnung mit einer Photo, die er auf dem Zürcher
Flohmarkt entdeckte. Eine einfache Aufnahme könnte man meinen:
ein paar Frauen neben ihren Spinnrädern in Gespräche vertieft,
dazwischen wohl auch einmal ein Lied singend. Peter Herzog war
von dieser Photo seltsam berührt. Sie zeigt vordergründig einen
alten Brauch. Bei genauerer Be-trachtung indes belebt sich das
Bild: Man meint, die Spinnräder zu hören und kann sich die
Gespräche vorstellen. Nur ein kleiner Schritt und mit einem Mal
ist man einbezogen in die Gemeinschaft und hat damit auch die
Botschaft begriffen, die von einer Foto ausgehen kann.
Anerkennung
Fortan bildet die Suche nach historischen aussagekräftigen
Photographien einen Gross-teil
der Tätigkeit von Peter Herzog. Auch seine Frau Ruth,
ausgebildete Bibliothekarin, hilft dabei tatkräftig mit,
obschon sie sich nicht als Sammlerin
versteht.Immerhin
hat ihr die Philosophisch-Historische
Fakultät der Universität Basel den
Ehrendoktor verliehen, u.a. mit der Begründung, dass
sie „in
Jahrzehnte
langer konsequenter
und entsagungsreicher Arbeit historische Photographien zu einer
Sammlung von Weltrang zusammengetragen“ habe.
Gegenüber all den Formen der materiellen Hinterlassenschaft des
Menschen hat für Peter Herzog die Photographie einen weiteren
Vorteil: Sie darf für sich eine Allgemeingültigkeit über alle
Kontinente hinweg beanspruchen, eine Chance, die es zu nutzen
gilt. Die Photosammlungen von Peter Herzog umfassen Zehntausende
von Negativen und Abzügen. Der Bogen der Sammlertätigkeit ist
weit gespannt. Neben Schwerpunkten, etwa der Dokumentation über
die Stadt Rom im 19. und 20. Jahrhundert – sie hat nicht
ihresgleichen – sind
altes Handwerk, Feste und Bräuche sowie die Frühzeit der
touristischen Propaganda mustergültig aufgearbeitet.
Sammlung Schweiz im Landesmuseum
1994 hat Herzog den Entschluss gefasst, sich von seiner Sammlung
Schweiz zu trennen und sie dem Landesmuseum in Zürich zu
übergeben. Die Stadt Basel hatte sich nicht entschliessen
können, diesen Teil des Lebenswerks eines ihrer Mitbürger zu
betreuen. Diese Tatsache
wirft für Peter Herzog die Frage auf, wie gross heute
überhaupt das Interesse an alten Photos ist. Die Antwort mag
einen ärgern, denn sie ist negativ. Allerdings entspricht sie
dem modernen Trend, nur das Neue gelten zu lassen und
Vergangenes als unnötigen Ballast zu betrachten. Die Geschichte
lehrt aber, dass auf Perioden von Geringschätzung solche folgen,
in denen Vorangegangenes wieder Ansehen erlangt.
__________________________________________________________________________________________________________________________ |
| Die Malerin und Zeichnerin Faustina Iselin |
![]() Der Baum vor Giglio Castello, 1970, Acryl auf Karton, Privatbesitz |
|
Geboren wurde Faustina Iselin 1915 in Basel als jüngste Tochter
des Chirurgen Hans Iselin und der Malerin Gustava Iselin-Haeger.
Das Elternhaus stand an der Birmannsgasse, in dem der ältere
Bruder Klaus später seine Kinderarztpraxis führte; und im
Dachgeschoss des angrenzenden Neubaus wird die Künstlerin ihre
Atelierwohnung haben. Riehen wurde für Faustina Iselin zur
zweiten Heimat, denn als sie kaum ein Jahr alt war, erwarb
Professor Iselin am Hackberg in Riehen ein kleines Haus, in dem
seine Kinder vom Frühjahr bis in den Herbst in ländlicher
Umgebung aufwachsen konnten.
Nach ihrem 16. Geburtstag verliess sie das Mädchengymnasium am Kohlenberg und wechselte in die Gewerbeschule, wo sie Vorkurs und Graphikfachklasse absolvierte. Nach dem Abschluss kam sie im September 1935 als knapp 20jährige an die Berliner Hochschule für Bildende Künste. Für Faustina Iselin war dies ein Bekanntwerden mit der Jugendwelt ihrer Mutter, die in Berlin aufgewachsen und sich dort als Meisterschülerin von Max Liebermann zur Malerin ausgebildet hatte.
Die politischen Ereignisse veranlassten Faustina Iselin, im
Sommer 1936 nach Basel zurückzukehren. Jetzt arbeitete sie eine
Zeit lang als Gebrauchsgraphikerin. Allerdings war dabei
Selbstständigkeit und Phantasie wenig gefragt. Ausgleich bot ihr
die Mitarbeit an Karl Gotthilf Kachlers Studententheater mit
seinen Aufführungen antiker Stücke in Augst.
Nach der Rückkehr aus Paris, wo sie als Plakatgestalterin an der
Ecole Paul Colin Erfolg hatte, arbeitete sie bei Max Sulzbachner.
Zwischen 1945 und 1962 erhielt sie Preise und Aufträge für
Bundesfeier- und Pro Juventute-Marken. Eine weitere Ausbildung
an der Gewerbeschule bei Arnold Fiechter und Walter Bodmer legte
das Fundament zur freischaffenden Künstlerin. Während Basler
Kolleginnen sich vom Figürlichen zur Abstraktion wandten, blieb
Faustina Iselin der gegenständlichen Bildsprache verbunden. Klar
sind ihre Kompositionen, denen Natureindrücke zugrunde liegen –
zur Hauptsache Landschaften und Stadtansichten – auch bezüglich
Farbgebung. Von ihren vielen Auslandreisen und
Arbeitsaufenthalten hat die begabte Zeichnerin stets zahlreiche
Skizzen nach Hause gebracht, von denen sie einige in Öl
umsetzte.
Während der über sechs Jahrzehnte ihres beharrlichen
künstlerischen Schaffens hat Faustina Iselin viele Begabungen
ausleben können: Sie wirkte beispielsweise seit 1943 beim Basler
Marionetten-Theater als Maskenbildnerin und Spielerin und von
1954 an hat sie während 23 Jahren beim 'Larve-Tschudi'
Künstlerlarven gemalt. 1986 wurde ihr der Kulturpreis der
Gemeinde Riehen für das Jahr 1985 verliehen. Die über 90jährige
Künstlerin lebt heute zurückgezogen in ihrer Atelier-Wohnung an
der Birmannsgasse. (bt.)
|
| __________________________________________________________________________________________________ |
| Kevin Klapka Holz und Blechblasinstrumenten-Reparateur |
|
Wohin geht eine künftige Fasnächtlerin, wenn sie ein Piccolo
kaufen möchte? Richtig: in die Spalenvorstadt zum ’Oesch’; und
wohin geht ein angehender Posaunist, wenn er sein Instrument
kaufen möchte? Auch richtig: zum ’Oesch’ in die Spalenvorstadt.
Eigentlich gehen beide zum ’Musik Oesch’, aber weil das Geschäft
stadtbekannt ist, heisst es halt bloss: Wir gehen zum ’Oesch’.
Und was machen die Beiden, wenn an ihrem Holz- beziehungsweise
Blechblasinstrument etwas defekt ist? Seit
zwei Jahren gibt es neben den beiden längst etablierten
Reparaturwerkstätten im hinteren Teil des Hauses eine dritte.
Charivari’, Fasnacht – ich muss ihn etwas Erfreuliches fragen im
Zusammenhang mit der Fasnacht, dachte ich und erfuhr Folgendes:
Als 4jähriger hatte Kevin auf den Schultern seines Vaters zum
ersten Mal den Morgenstreich erlebt. Später wollte er trommeln
lernen. Da sich jedoch der ältere Bruder bereits als Tambour
profilierte, bestimmte der Piccolo pfeifende Vater, dass der
jüngere Sohn ebenfalls in die Pfeiferstunde gehen solle. Also
begann der 8jährige Junge 1992 bei den ’Verschnuuffer’ seine
Karriere, die zunächst keine wurde. Er übte nicht gern. Dann
wechselte er 1998 zu den ’Naarebaschi’. Gegen Ende seiner
Naarebaschi-Zeit
machte ihm grossen Eindruck, was die ’Bajass-Clique’ klanglich
und rhythmisch auf dem Piccolo zustande brachte. Dieses Erlebnis
bewirkte bei Klapka unversehens die Freude am Üben.
Kevin Klapka liebt die ’Spale’ nicht nur, weil sein Arbeitsort
hier ist, sondern „wegen der Häuser mit der langen
Vergangenheit“ und wegen der Ambiance, die diese ausstrahlen. (bt.)
|
| __________________________________________________________________________________________________ |
|
Pierre Kocher |
![]()
Viele hat er kennengelernt und viele haben ihn
kennengelernt. Die Rede ist von Pierre Kocher. Zwei Jahrzehnte
lang hat er an der Freien Evangelischen Schule FES (heute:
Freies Gymnasium Basel)
und an anderen Schulen
(Münchenstein und Liestal) die
Schülerschaft im Zeichnen, in Kunstgeschichte und im Turnen
unterrichtet.
„Schon als Knirps hat mich das Zeichnen fasziniert. Was mich
beschäftigt hat, musste ich mit dem Stift festhalten. Und das
ist bis heute so geblieben. Darum bin ich auch keine
’Abstrakter’ geworden, obwohl man von denen viel lernen kann.
Der Impuls für meine Bilder ist immer ein optisches Erlebnis,
das ich in einer Zeichnung festhalte.“ Das sagt der heute
80-Jährige.
Nach der Matur erwarb Pierre Kocher das
Primarlehrer-Diplom. Dann schlug er den Weg zum Zeichenlehrer
ein. An der Basler Gewerbeschule genoss er den Unterricht bei
einer berühmt gewordenen Lehrergeneration: Walter Bodmer, Theo
Eble und Lenz Klotz, der eben als Nachfolger von Ernst Buchner
ins Lehramt gewählt worden war. Das Wissen in
Kunstgeschichte vermehrte der junge Kocher in den Vorlesungen
bei Georg Schmidt, dem späteren Direktor des Kunstmuseums.
Damals belegte er auch einen Radierkurs bei Gustav Stettler.
|
| __________________________________________________________________________________________________ |
|
Roger A. Magne – Larvenkünstler, Laternenmaler,
Illustrator |
![]()
Am Haus Birmannsgasse Nr. 5 ist neben der Eingangs-tür ein
Anschlag platziert mit der Information: Larven-manufactur Esther
Magne / Atelier Roger Magne / Studio für Illustration / ältester
Basler Künstlerlarven-Familienbetrieb seit 1925. Dieser Anschlag
macht neugierig. Bereits im Hausgang hängen an den Wänden
bemalte Larven, die mit ihren Grimassen den Ankömmling ins Auge
fassen. Darunter hängen kleinformatige Bilderrahmen mit
kolorierten Originalen oder Drucken, Basler Sujets, welche nicht
nur Roger Magnes Illustrations-Stil – unverkennbar in Zeichnung
und Farbe – dokumentieren, sondern auch seine Liebe zum
historischen Stadtbild.
Cliquen, Vereine, Privatpersonen kommen zu ihm, wenn es darum
geht, an einer Ehrung eine Urkunde zu überreichen,
Geburtstagskarten zu verschicken oder bemalte Gegenstände
(Flaschen, Ziegel usw.) zum Geschenk zu machen, auch prominenten
Persönlichkeiten!
|
| __________________________________________________________________________________________________ |
|
Freddy Ropélé - Der Mann mit der Jazz-Gitarre |
Seit 38 Jahren ist er mit der "Spale", mit dieser lebendigen
Wohn- und Einkaufsstrasse eng verbunden. Man kennt ihn, den
Freddy Ropélé. Und nicht nur in der Vorstadt, wo er bis vor vier
Jahren ein Geschäft besass, zuerst (seit 1967) ein
Rahmenatelier, weshalb der Laden mit dem intimen Cachet "Zum
goldige Rahme" hiess. Aber das war nicht das Besondere an diesem
Geschäft. Einzigartig war, ein paar Jahre später, das riesige
Angebot – über 10'000 Sujets – an Kunstkarten, mit dem er sich
bald bei der kunstsinnigen Kundschaft einen Namen als Spezialist
in dieser Branche gemacht hatte. Freddy Ropélé kam kaum in
Verlegenheit, wenn ein Schulmeister – Lehrer, die für den
Kunstunterricht Anschauungsmaterial benötigten, bildeten auch
einen Teil seiner Kundschaft – seine Wünsche vorbrachte.
Reproduktionen von Werken aus der Welt der Kunst im
Postkartenformat waren aber nur ein Segment des exklusiven
Sortiments. Das andere bot eine Auswahl an stilistisch und
drucktechnisch qualitätvollen Karten, auch etwa zum besonderen
Ereignis. „Es waren Menschen, die noch Vergnügen daran hatten,
eine Karte zu schreiben!”
Heute ist Freddy Ropélé in der "Spale" und weit darüber hinaus als Jazz-Gitarrist bekannt. Er ist unter anderem der Partner in dem 2005 von Urs Hubschmid gegründeten Duo "Les Copains du Jazz". Von Dixieland über Swing bis Bossa Nova reicht die musikalische Palette. Der Musiker aus Leidenschaft spielt in verschiedenen Formationen. Übrigens: Der Zyklus "Musik in der Spale" ist ihm zu verdanken. Am ersten Konzert im Mai 2004 ist er zwar nicht aufgetreten – Jana Svezena gab ein brillantes Klavierkonzert in der Galerie Graf & Schelble – und auch das begeisternde Klavier-Recital von Rosemarie Greder-Kern, das am selben Ort stattfand, ging ohne seine musikalische Mitwirkung über die Bühne. An anderen Veranstaltungen von "Musik in der Spale" aber ist Freddy Ropélé mit grossem Engagement im Einsatz.
Seine Verbundenheit mit der Spalenvorstadt und seine
Hilfsbereitschaft zeigt
bzw. zeigte sich beispielsweise,
wenn er am Tag der offenen Stadttore ("D Spale laadet yy") oder
am "Bürgerzmoorge" der IG-Spalentor oder an den "Gschwellti,
Kääs und Jazz"-Abenden in der Suppenstube "zur Krähe" zum
Freundschaftspreis spielt. Interesse an der Arbeit der
IG-Spalenvorstadt dokumentiert der Partikular Ropélé durch seine
Mitarbeit an den Sitzungen und das Übernehmen von grösseren und
kleineren Aufgaben.
Auf die Frage, ob sich in den langen Jahren, während denen er in
der "Spale" verkehrt, die Vorstadt, was ihre Bewohner betrifft,
verändert habe, meldet Ropélé spontan, dass es vor allem keine
"Originale vom alten Schlag" mehr gebe, und zählt mit
Leichtigkeit ein Dutzend Namen auf: den alten Bösiger, den Vater
von Susi Blum-Bösiger, dann den Coiffeur Hirt, den Antiquar
Roth, Fachmann für kolorierte Stiche, den alten Spenglermeister
Jost, die beiden Damen des "Zauberlädeli", das sich früher in
jenem Haus befand, wo heute die Familie Oesch wirkt, dann Humbel
senior mit Fliege, den Schuhmacher Braschler, der seine
Werkstatt im Haus eingerichtet hatte, wo heute das "Spaleschärli"
einquartiert ist, den Vater Flach im Arbeitsschurz, das Fräulein
Heller, das sich mit Fusspflege befasste, den kunsthandwerklich
begabten alten Blöchle und last but not least, den
Spenglermeister Brühl, den Vater von Max Brühl, dem Doyen in der
"Spale" und.. und.. und...
Neben seinen zahlreichen Auftritten als gefragter Musiker ist Freddy Ropélé auch von seinen beiden im Zürcher Oberland lebenden Enkeln gefragt. All dies hält ihn in Schwung und bei stets guter Laune, den ideenreichen Organisator von musikalischen Ereignissen in der "Spale". (bt.)
|
| __________________________________________________________________________________________ |
|
Paul Rothen - Gründer der 'Rothen Medizinische Laboratorien' |
„Kemme
Si, mer geen zeerscht in d Bibliothek”,
sagt Paul Rothen in bestem Baseldeutsch, als er mich durchs
Treppenhaus der Liegenschaft Spalenvorstadt 37 hinauf in die
oberste Wohnung führt. Begleitet werden wir von seiner Frau
Rita. Sie begleitet ihren Mann seit 1959. Die beiden hatten
einander – wie könnte es in Basel anders sein! – an der
Fasnacht, am Kehrausball kennengelernt.„I wird als wiider gfrogt: Was sinn Si aigedtlig vo Brueff?” Die Auskunft ist einfach. Alles, was er wisse und könne, habe er sich als Selfmademan angeeignet. |
| Auszug aus der SpaleZytig Ausgabe 4/ Juni 2008 |
| ______________________________________________________________________________________________ |
Beat Trachsler
|
||
|
|










